Schutz vor Social Engineering-Angriffen: Wie man Mitarbeiter vor Manipulation schützt
- Reto Wittmer
- 26. Mai 2023
- 3 Min. Lesezeit
Social Engineering hat sich als eine der größten Herausforderungen für die Cybersicherheit herausgestellt. Es zielt auf die schwächste Verbindung in der Sicherheitskette ab - den Menschen. Dabei werden menschliche Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Angst oder Respekt vor Autorität ausgenutzt, um Personen geschickt zu manipulieren. Hier sind einige konkrete Maßnahmen und Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter vor solchen Angriffen schützen können.
Sicherheitsbewusstsein schaffen
Der erste Schritt besteht darin, das notwendige Bewusstsein für die Bedrohung durch Social Engineering zu schaffen. Die Mitarbeiter müssen über die verschiedenen Techniken des Social Engineering aufgeklärt werden, einschließlich Phishing, Pretexting, Quid pro quo und Tailgating.
Pretexting ist eine Art von Social Engineering, bei dem Angreifer eine falsche Identität oder einen Vorwand nutzen, um an vertrauliche Informationen zu gelangen oder Zugang zu einem System zu erhalten. Der Angreifer gibt sich als eine Autoritätsperson aus und täuscht eine Notfallsituation, technische Supportanfragen oder Geschäftsbeziehungen vor, um persönliche Daten, Passwörter, Zugangscodes oder andere sensiblen Informationen zu erhalten.
Quid pro quo ist eine Taktik, bei der Angreifer verlockende Belohnungen, Gefallen oder Vorteile bieten, um das Vertrauen des Opfers zu gewinnen. Angreifer geben sich meist als Serviceanbieter oder IT-Supportmitarbeiter aus und erscheinen dabei hilfreich sowie kooperativ. Als Gegenleistung werden jedoch sensible Informationen oder Zugangsdaten verlangt.
Beim Tailgating handelt es sich um eine Methode, bei der Angreifer versuchen sich Zugang zu einem gesicherten Bereich, der nur mit Zugangskarten oder –codes erreichbar ist, zu verschaffen. Tailgating nutzt oft die Höflichkeit der Menschen aus, da sie geneigt sind, anderen Personen zu helfen. Angreifer können sich beispielsweise als Lieferant ausgeben und autorisierte Mitarbeiter bitten, die Tür aufzuhalten und erhält so Zutritt.
Workshops und Schulungen können dabei helfen, das notwendige Wissen zu vermitteln und die Mitarbeiter auf den Umgang mit verdächtigen Situationen vorzubereiten.
Sichere Kommunikationsrichtlinien
Legen Sie klare Kommunikationsrichtlinien fest. Mitarbeiter sollten wissen, welche Informationen sie über welche Kanäle teilen dürfen. Jede Anforderung, die außerhalb dieser Richtlinien liegt, sollte als potenzieller Social-Engineering-Angriff behandelt werden.
Zwei-Faktor-Authentifizierung
Mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) werden Konten der Mitarbeiter mit einem zusätzlichen Schutz versehen. Selbst wenn ein Angreifer es schafft, ein Passwort zu stehlen, wird die 2FA ihn daran hindern, Zugang zu dem Konto zu erhalten.
Regelmäßige Sicherheitstrainings
Regelmäßige Sicherheitstrainings, bei denen Social-Engineering-Angriffe simuliert werden, helfen dabei, Mitarbeiter auf reale Situationen vorzubereiten. Dies kann ihnen helfen, Angriffsversuche zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Es ist dabei wichtig, dass die Akzeptanz für solche Trainings hoch ist, damit diese auch ernst genommen werden. Ein positives Arbeitsklima ist hierbei sehr hilfreich.
Sicherheitsrichtlinien
Erstellen Sie detaillierte Sicherheitsrichtlinien, die klar definieren, was zu tun ist, wenn ein Mitarbeiter einen Social Engineering-Angriff vermutet. Die Auswirkungen eines Angriffes können damit minimiert werden.
Offene Unternehmenskultur
Indem Sie eine Unternehmenskultur fördern, in der Mitarbeiter sich wohlfühlen, werden verdächtige Aktivitäten eher gemeldet. Ein offener Umgang mit Fehlern kann dazu beitragen, zukünftige Angriffe zu verhindern.
Aktualisieren Sie Ihre Systeme
Stellen Sie sicher, dass alle Systeme und Anwendungen ständig auf dem neuesten Stand sind. Veraltete Software kann Sicherheitslücken aufweisen, die von Angreifern ausgenutzt werden können.
Sichere Passwörter
Eine der häufigsten Sicherheitslücken entsteht durch die Verwendung von schwachen Passwörtern. Definieren Sie klare Kennwortrichtlinien, um Angriffen jeglicher Art vorzubeugen.
Umgang mit vertraulichen Informationen
Es ist ratsam, Mitarbeiter in Bezug auf den Umgang mit vertraulichen Informationen zu schulen. Sie sollten wissen, wie sie sensible Daten sicher speichern und teilen können und wann sie skeptisch sein sollten, wenn sie nach solchen Informationen gefragt werden.
Incident Response Plan
Erstellen Sie einen Incident Response Plan, um im Falle eines erfolgreichen Social-Engineering-Angriffs vorbereitet zu sein. Jeder Mitarbeiter sollte genau wissen, was zu tun ist. Dies kann dazu beitragen, die Schäden zu begrenzen und die Wiederherstellung zu beschleunigen.
Kontinuierliche Verbesserung
Cybersicherheit ist ein fortlaufender Prozess, denn die Bedrohungslandschaft verändert sich ständig. Sicherheitsmaßnahmen sollten daher entsprechend angepasst werden. Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und aktualisierte Richtlinien sowie Verfahren, tragen zu einer effektiven Cybersicherheit bei.
Fazit
Der Schutz Ihrer Mitarbeiter vor Social Engineering ist eine kontinuierliche Aufgabe, die sowohl das Bewusstsein als auch technische Kontrollen erfordert. Durch die Umsetzung dieser Schritte können Sie dazu beitragen, Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter vor diesen immer raffinierteren Angriffen zu schützen. Es ist wichtig, dass Sie und Ihre Mitarbeiter wachsam bleiben, sich kontinuierlich fortbilden und immer auf dem Laufenden über die neuesten Bedrohungen und Taktiken bleiben, die von Cyberkriminellen verwendet werden.
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